Posted by: Jü on: 11. Februar 2009
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Letzte Woche habe ich erstmals eine Problemstoffsammelstelle der MA 48 in Wien aufgesucht. Die vielleicht nicht nächste, aber für mich am problemlosesten zu erreichende war jene in der Florianigasse im 8. Bezirk, in der Nähe des Uni-Campus. Diese kleinen Containerbauten sind nur zu bestimmten Tageszeiten besetzt, die Mitarbeiter nehmen dann all das entgegen, was man nicht in den üblichen Müllcontainern oder im Hausmüll entsorgen kann – wie in meinem Fall das Altspeiseöl, das sich in den letzten Monaten angesammelt hat.
Die Mitarbeiterin, die mein in einem leeren Gurkenglas gesammeltes Altöl entgegennahm, war recht nett; sie fragte auch, ob ich einen der speziellen Ölsammelkübel („Wöli”, mir aus Oberösterreich als „Öli” und aus Niederösterreich als „Nöli” bekannt), die 3,5 Liter fassen, haben wolle, aber nachdem ich in etwa viereinhalb Monaten nicht einmal einen Liter Speiseöl ‚verbraten’ habe, habe ich das lieber gelassen. Außerdem hat ja so ein Kühlschrank auch nur ein begrenztes Fassungsvermögen und da ist mir der Platz für so ein Plastiktrumm einfach zu schade. Und dann will ich ja auch noch öfter bei einer Problemstoffsammelstelle vorbeischauen…
Posted by: Jü on: 5. Februar 2009
Wie berichtet riefen die Grünen Wien zur „Rettung“ des Naschmarktes auf. Der Terminus ist zwar wohl tatsächlich etwas stark gewählt, es ging aber jedenfalls um den Erhalt des Flairs eines der bekanntesten Märkte Wiens. Nachdem nun aufgrund der Unterschriftenaktion das Projekt einer Tiefgarage unter dem Naschmarkt offensichtlich abgeblasen wurde, gibt es kommende Woche eine entsprechende Feier. Da ich annehme, dass dort nicht nur jene willkommen sind, die ihre Unterschrift abgegeben haben (und, wie in meinem Fall, bei der Feier womöglich verhindert sind), sondern auch sonstige Sympathisant/innen, gebe ich hier mal die Daten dazu an:
Datum: Freitag, 13. Februar 2009
Uhrzeit: Ab 19.00 Uhr
Ort: Celeste, Hamburgerstraße 18, 1050 Wien
Posted by: Jü on: 26. Januar 2009
So die Grünen Wien auf ihrer Homepage. Sie fordern (wie ich meine, nicht zu Unrecht) dazu auf, das geplante Bauvorhaben einer Tiefgarage unter dem Naschmarkt sein zu lassen. Mit einer elektronischen Unterschrift (wird durch ein Bestätigungsmail verifiziert) kann man sich gegen den Bau dieser Tiefgarage aussprechen. Die aufgezählten Argumente sind:
Weitere Informationen und die Möglichkeit zu unterschreiben gibt es auf der Homepage der Grünen. Morgen, 27. 1. 2009, findet übrigens um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung statt, die Infos dazu gibt es unter diesem Link.
Posted by: Dominik on: 3. Januar 2009

Wer sich mal einen schönen, gemütlichen, spannenden und/oder romantischen Abend machen möchte, der geht am Besten in ein Lichtspieltheater. Und da Wien ja mehr oder weniger groß ist, gibt es auch ganz schön viele Kinos. Der Falter, nebenbei eine großartige Stadtzeitung, macht zwar nicht viel im Internet, aber eines haben sie sehr schön gemacht.
Sie haben scheinbar alle Kinos in Wien auf einer Liste gesammelt. Mit Links zum aktuellen Kinoprogramm. [Klick' auf das Falter-Logo]
Und irgendwann, dann schreibe ich auch einen Eintrag über den Falter. Jepjep.
Posted by: Dominik on: 1. Januar 2009

Eine Liebeserklärung.
Wien ist anders. Wenn man schon am Westbahnhof aus einem der unzähligen Züge, welche nach Wien fahren, aussteigt, kann man einen tiefen Atem dieses ominösen Wiens einatmen. Und rundherum die Menschen, eine solche Anhäufung von Menschen, wie man es vom Land nicht kennt. Manchmal erscheint es einem so, als würden sich in einer Straße ungefähr so viel Menschen befinden, wie mein Heimatort Einwohner hat. Ich hasse ja eigentlich Menschenaufläufe. Aber Wien ist nun mal eben so. Wenn man erst einmal Fuß gefasst hat in Wien, und schon genügend Bekanntschaften sein Eigen nennen kann. Ja, dann wird Wien zu etwas, was man vom Land her auf gar keinen Fall kennen kann. Wien ist der österreichische Inbegriff des amerikanischen Traums. Hier ist einfach alles möglich [und nur hier wäre es möglich, vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden, aber hier auch nur sehr selten]. Man trifft sich, in einem von Europas größten Clubs. Man geht mal eben zu einer Diskussion mit dem Bundespräsidenten. Und sowieso findet hier das ganze Leben statt. Pure Action, Tag für Tag. Wien ist die Stadt der Möglichkeiten, die Stadt der Einkaufsstraßen, die Stadt der Museen. Alles natürlich nur an Österreich gemessen. Wien ist anders. Und wenn man die schönen Plätze Wiens kennt, und davon gibt es so einige, ist Wien einfach wundervoll. Tolle Parks, tolle Cafés. Wien ist großartig.
Ein Beileidsschreiben.
Wien ist anders. Wenn man schon am Westbahnhof aus einem der unzähligen Züge, welche nach Wien fahren, aussteigt, kann man einen tiefen Atem dieses ominösen Wiens einatmen. Und sieht von nun an bevorzugt in unfreundliche Gesichter. Stadtbewohner sollen ja von Natur aus lästiger sein als die Landbewohner. Aber an was es den Wiener eindeutig fehlt, ist das, wofür der Rest Österreichs berühmt dafür ist. Die Gemütlichkeit. Man sprintet noch zur letzten U-Bahn, und stößt Frust aus, obwohl die nächste Bahn schon in zwei Minuten fährt. Bei uns zuhause fährt ein Bus jede Stunde. Da wartet man eben. Aber die Wiener wirken verwöhnt. Stoßen von einem Einkaufstempel in den nächsten, und treffen sie dazwischen auf einen der vielen Bettler, haben sie viel zu oft nur beschämende Blicke und bissige Kommentar parat. Ich bin jedes Mal berührt von all dem Elend, welches man in Wien findet. Arme Menschen, Obdachlose, Bettler. Wien ist anders. Der Melting Pot Österreichs. Und damit wohl heillos überfordert, bis jetzt. Mehr als eine Million Menschen. Und nur ganz wenige schenken sich gegenseitig ein Lächeln. Das ist es, was mir fehlt. Das Lächeln. Die Freude. Wien ist schrecklich.
Posted by: Dominik on: 22. Dezember 2008

Erst ein Mal haben mich meine Füße und die öffentlichen Verkehrsmittels Wien ins Weltcafé geführt. Dieses relativ unscheinbar Lokal (zumindest von außen) unterscheidet sich von all den anderen Wiener Cafés vor allem durch eines: Hier gibt es nur fair gehandelte Lebensmittel. Als es 2005 eröffnete, war es das erste Weltcafé überhaupt, und entwickelte sich so schnell zu einem bekannten Lokal. Aber nicht nur, dass die Getränke und Speisen fair gehandelt auf den Tisch kommen, nein. Das Weltcafé bietet auch noch so einige regelmäßige Veranstaltungen an.
Jeden Sonntag findet nämlich der sogenannte Sonntagsbrunch statt, und – übrigens der Grund für meinen erstmaligen Besuch des Weltcafés – ein Mal im Monat wird auch ein Film vorgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Videoladen 8 1/2 [www.8einhalb.at] werden so manche großartige Filme gezeigt. Am 13. Jänner 2009 wird der neue Film “Revanche” aus Österreich gezeigt, und diesmal findet sogar anschließend ein Gespräch mit dem Regisseur Götz Spielmann statt. Der Film wurde schon international ausgezeichnet und geht nächstes Jahr als nicht-englischsprachiger Film im Kampf um den Academy Award ins Rennen. Zu sehen ist der Film ab 20:30 Uhr und bei freiem Eintritt.
Mir gefällt die Location, die gemütlichen Couches und auch die Tatsache, dass es ein Jugendgetränk zu angenehmen Preis gibt. Und wer glaubt, dass es aufgrund des fairen Handels zu überheblichen Preisen kommt, täuscht sich. Auf der Homepage des Weltcafés kann man sich die Preise ansehen.
Was tun? Einfach mal gemütlich chillen, und das auch noch mit weltpolitisch gutem Gewissen
Was denn? Am Besten alles durchprobieren.
Wo denn? In der Scwarzspanierstraße 15, irgendwo, mitten im Neunten.
Und? http://www.weltcafe.at
Posted by: Jü on: 5. November 2008

In der Billrothstraße 18 (direkt an der Straßenbahnlinie 38, Haltestelle Hardtgasse) versteckt sich ein unscheinbares kleines Lokal namens Si Si Pizza. Eine kleine zusätzliche Aufschrift auf dem Firmenschild ergänzt: & Kebab.
Da ich also die eigentliche Spezialität des Hauses, die Pizzen, noch nicht verkostet habe, zum „Zusatz”, dem Kebab: Und der verdient ein wirklich groooßes Lob! Liebevoll zubereitet (den Inhalt gleichmäßig in der Semmel verteilt und nicht so, dass er vorne bis zur Maulsperre aufgetürmt und hinten nicht mehr vorhanden ist), auf Wunsch zum Mitnehmen sorgfältig in Alufolie und Plastiksackerl verpackt und dabei sogar durch Mitwickeln einer Serviette gekennzeichnet, welcher der beiden Kebabs „mit scharf” ist.
Das Geschmackserlebnis war auch ein recht positives, vor allem die Semmel hat irgendwie anders (und mir persönlich besser) geschmeckt als die meisten Kebabsemmerl, die einem so durch Hand, Mund und Magen wandern. Mit der Wärme des Fleisches hat es nicht so ganz geklappt, entweder es ist doch beim Heimtragen schon wieder zuviel ausgekühlt oder es war etwas zu kurz zum Aufwärmen im Pizzaofen. Zu guter Letzt noch zum Preis – auch dieser überrascht in positiver Hinsicht: € 1,90 ist vor allem für Wien ein absoluter Kebabspezialpreis; womit die Firma Si Si Pizza eine neue Stammkundin gewonnen haben dürfte. Falls das aus dem bisherigen Text noch nicht hervorgegangen ist…
Posted by: Jü on: 27. Oktober 2008
Am vergangenen Samstag, 25. 10. 2008, ging zum 5. Mal der Wiener Fotomarathon über die Bühne. Über 1200 Leute waren angemeldet, Daten darüber, wieviele tatsächlich gestartet und wieviele ins Ziel gekommen sind, habe ich noch keine gefunden. Im Vorjahr waren es bei 1000 Starts ca. 800 abgegebene Fotoserien, von denen ca. 600 gewertet wurden.
Sowohl Start als auch Ziel waren diesmal am Messegelände. Vielleicht lag es daran, dass ich knapper hingekommen bin als letztes Jahr, aber die Schlangen vor der Ausgabe des „Starter-Kits” waren nahezu endlos und die Ausgabe selbst meiner Meinung nach etwas ineffizient (abgesehen davon, dass sich einige Spezialist/innen natürlich wieder vordrängen mussten und die Damen bei der Ausgabe diese trotzdem und zuerst drannahmen). Als erfreuliche Überraschung bestand das „Starter-Kit” diesmal – neben Speicherkarte, Stadtplan und anderen Kleinigkeiten – auch aus einer Umhängetasche; allerdings hatten mit der Größe der Umhängetasche (normal groß, also für A4-Mappen geeignet) wohl die wenigsten gerechnet und so waren dann viele den ganzen Tag mit zwei Taschen bzw. Tasche und Rucksack unterwegs.
Die Ansprache vor dem Start – d.h. vor der Themenausgabe – war diesmal nicht so ausufernd wie im Vorjahr, was ich auch gut finde, denn wenn es heißt „12 Stunden Zeit” und „Start um 9.00 Uhr”, dann ist es eine Unsitte, mit der Themenausgabe eine halbe oder Dreiviertelstunde länger zu brauchen. Sehr schade fand ich, dass die Themenstellungen diesmal nur noch auf Deutsch und ohne weitere Erklärung (diese hatte es im Vorjahr zumindest in der englischsprachigen Spalte gegeben) aufgeschrieben waren: Ich studiere zwar jetzt seit zwei Jahren in Wien, aber dass z.B. Radio Arabella (eines der Themen) sein Hauptquartier im Uni Campus hat, war mir nicht auf Anhieb bewusst; und dass ebendieses Radio am selben Tag einen Stand vor dem Wiener Rathaus hatte, hätte man vielleicht sowieso freundlicherweise dazuschreiben können – ich bin da erst draufgekommen, als es für das entsprechende Foto zu spät war und ich schon einige Zeit mit dem Herumfahren deswegen vertan hatte.
Alles in Allem war ich von der Veranstaltung bzw. wie sie aufgezogen war nicht sonderlich angetan bzw. hatte den Fotomarathon vom Vorjahr in besserer, lustigerer Erinnerung. Was sich verstärkt hat, ist meine Meinung, dass es sich – wahrscheinlich sogar unbewusst so angelegt – um eine „Insider-Veranstaltung” handelt, für die man von Wien schon ganz schön viel Ahnung haben muss, um halbwegs gute Ergebnisse liefern zu können. Ob das auf Dauer auch Menschen von weiter her anzieht, erscheint mir sehr fraglich.
Weitere Artikel zum Thema:
Meine persönliche Nachbetrachtung im Hinblick auf die fotografische Seite.
Meine diesjährigen Bilder (inkludiert die Themenstellungen des Hauptbewerbes).
Die Ankündigung des Fotomarathons hier im Wienlog.
Posted by: Jü on: 19. Oktober 2008
Westbahnhof, 19:15 Uhr. Massen und Abermassen von Menschen mit Rucksäcken, Koffern, Trolleys, Plastiksackerln, Hand-, Sport- und Reisetaschen strömen vom Bahnsteig Richtung U-Bahn-Schacht, Straßenbahnhaltestelle oder einfach generell nach draußen. Ich bin mitten drin in diesem Gewühl, mit Rucksack und quietschroter Sporttasche (inkl. aufgesticktem Banklogo), die ich meinem Bruder entwendet habe. Viele sind wohl wie ich Studierende einer Wiener Hochschule. Aber es sind auch zahlreiche andere Menschen darunter: Solche, die vom Wochenende auf dem Land nach Wien zurückkehren, und solche, die für die morgen beginnende neue Arbeitswoche in die Stadt kommen (und ja, es gibt hier einen Unterschied, finde ich).
Die U6-Garnitur (neu) streikt bei der Einfahrt in die Station Westbahnhof. Auch aus der nächsten Station, Burggasse/Stadthalle, lässt sie sich nur wiederwillig wieder hinausbewegen. Da lobe ich mir doch die alten Stadtbahngarnituren, die angeblich nur noch bis Ende dieses Jahres unterwegs sein werden: Wo nicht viel Elektronik drinsteckt, kann auch nicht viel Elektronik kaputtgehen. Mit einer kleinen Verzögerung, die mir aber nicht weh tut, lande ich in Döbling. Das heißt, eigentlich lande ich zuerst am Alsergrund (zu dem meiner Interpretation nach die U6-Station Nussdorferstraße gehört), dann in Währing (Busfahrt mit 35A über Gymnasiumstraße), dann erst in Döbling. Im Drei-Bezirke-Eck sozusagen.
Vor der Wohnungstür liegt noch die Samstagszeitung: Ein Jubiläums-“Standard” mit nummeriertem Druckgrafik-Titelblatt (Christian Ludwig Attersee: “Adam und Eva lesen den Standard”), das es in genau dieser farblichen Ausführung angeblich nur einmal gibt. Ich habe die Nummer 189.400. Ein paar Sachen ausdrucken, irgendetwas Essbares aus dem Kühl- und Gefrierschrank zaubern, in der Zwischenzeit den “Tatort” und “Flightplan” aufnehmen lassen, nach der ZIB um 21:50 Uhr noch eines davon (wahrscheinlich “Tatort”) anschauen, ins Bett fallen und auf eine Nacht ohne allzugroße Atembeschwerden (Schnupfennase!) hoffen. Soweit also mein Plan für den restlichen Abend.